Reiner Amann: Bildwerk


Reiner Amann: Bildwerk

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Skulpturen und Installationen von Reiner Amann
Mit literarischen Korrespondenzen von Werner Dreher
Fotografien von Wolfgang Pulfer und Reiner Amann



»Der vorliegende Band breitet die reiche Mannigfaltigkeit bildnerischer Gestaltungsweise aus, wie sie Reiner Amann seit nunmehr drei Jahrzehnten zu eigen ist. Neben der leidenschaftlichen Beschäftigung mit der Fotografie, die für ihn – sichtbar auch in diesem Buch – von Jugend an ein medialer Bestandteil des künstlerischen Ausdrucks ist, entstehen etwa 1975 Amanns erste plastische Arbeiten: abstrakte oder figürliche Skulpturen, zunächst vorzugsweise aus Fundstücken und Schwemmholz. Später kommen verschiedene andere Materialien hinzu: Steine, Beton und Metalle. Für seine frühen Kreationen aus Metall läßt er sich von Maschinen- und Eisenplastikern wie Robert-Jacobsen, Julio Gonzáles, David Smith und Bernhard Heiliger inspirieren. Er intensiviert seine kreative Beschäftigung mit Eisen nach der Teilnahme an einem Schrottplastik-Symposion Ende der 1970-er Jahre bei Klaus Krois. Eisen wird zum Lieblingsmaterial Reiner Amanns, der seine bildnerische Fertigkeit in der Sommerakademie 1991 in Salzburg bei Professor H.J. Breuste fortentwickelt und vertieft. Ab 1993 läßt Reiner Amann ausgewählte Werke in Bronze gießen.

Ästhetische Chiffren aus Bronze, Stahl und Eisen
Reiner Amanns Eisenplastiken begegnen dem Betrachter wie ästhetische Chiffren, gefügt aus den Relikten der technisierten Alltagswelt. In zahlreichen Figurationen aus Bronze, Stahl und Eisen läßt er Brüchiges und Vergängliches wirken. Er beläßt die Skulpturen meist in der Eigenfarbe von Stahl, Rost und oxidierter Oberfläche und betont auf diese Weise den Eigenwert des Materials. In spannungsreicher Gruppierung der Teile entstehen bizarre, phantasievolle Metall-, Schrott- oder auch Materialmix-Figuren. Viele seiner Metall-Arbeiten gewinnen humanen Ausdruck, andere nehmen zoomorphe Formen an. Aus Röhren, Stangen, Platten und Gerätefragmenten entwickelt Amann bildnerische Metamorphosen, die über den Bereich der Flügelwesen bis in den Kosmos führen. An erster Stelle bei der Motivwahl steht freilich die Herstellung von Paaren: Erst im Paar wird der ganze Wert zweier Individuen sichtbar. Eine Einzelausstellung zu diesem Thema mit einem kleinen Katalog gestaltete Reiner Amann schon 1993 in der Fürstenfeldbrucker Galerie Frey.

Archetypische Grundformen
In Amanns abstrakter Statuarik aus Schwemmholz, alten Pfählen und Schiffsplanken gehen organische Naturformen oder archetypisch zugehauene Baumteile eine Verbindung mit künstlerischer Ausdruckskraft ein. Als Solitär oder in Gruppen in den Raum oder Garten komponiert, entfaltet der Pfahl eine geheimnisvolle Symbolkraft, die ihm früher einmal als Grenzpflock, Götteridol oder Gedenkzeichen innegewohnt haben mag. Eine weitere archetypische Grundform in Amanns bildnerischem Werk ist der Stab, der als Hirten-, Moses- oder Bischofsstab, Pilger-, Bettel- oder Zauberstab in den mythologischen Vorstellungen des Menschen immer eine große Rolle gespielt hat. Dem Pfahl und Stab verwandt ist die Stele. Einst als antiker Weihgeschenkträger verbreitet, findet sie sich in abstrakter Form und zweckfreier Ästhetik in Reiner Amanns Garten wieder. In monochromen Signalfarben ragen bis zu vier Meter hohe, aus Holz gefertigte Stelen aus den Lichtungen. Ihre Farbigkeit steigert die klaren geometrischen Formen. Von Natur umgeben, wirken sie wie Sinnbilder des Hinaufwachsens zum Geistigen. Seine ersten Stelen errichtete Amann ab dem Jahr 1997.

Im Einklang mit Natur und Kunst
Neben oder mit den Stelen finden im Garten des Wohnhauses größere Skulpturen aus verschiedenen Materialien ein meist vorübergehendes Domizil. Die temporären Installationen im Garten oder vor dem Haus werden immer wieder verändert und auch dem Rhythmus der Jahreszeiten angepaßt. Fest installiert auf der Terrasse im Garten sind erst seit 2003 die beiden Bronzeplastiken »Der Prophet« und »Torso«. Das Leben des Künstlers und seiner Frau findet von Frühjahr bis Herbst bei gutem Wetter meist im Garten statt – im Einklang mit Natur und Kunst. Die meisten Objekte allerdings entstehen, abgeschieden vom Sonnenlicht, im Kelleratelier Reiner Amanns. Sehr früh, ab 1973, schafft er im winterlichen Garten die ersten Skulpturen aus Eis. Dieses Procedere wird zu einem Ritual, das sich fast alljährlich wiederholt. Die Veränderungen der Eisplastiken unter Sonneneinwirkung und wechselnden Temperaturen ist immer wieder spannend zu beobachten und wird vom Künstler meist auch fotografisch festgehalten.

Der eigenen Vorstellungskraft Vorschub leisten
Ob Eisen, Holz oder Stein: Reiner Amann setzt auf die archetypische Wirkung von einfachen Materialien, in denen Vergangenes – neu gestaltet – fortlebt. In beson-derer Weise heben die feinst strukturierten Bronzeplastiken das Unvergängliche hervor. Darüber hinaus lassen alle seine Bildwerke – gleichwohl eindeutig in ihrem ästhetischen Reiz – freie Deutungsmöglichkeiten zu. Die literarischen Korrespondenzen, die mit den abgebildeten Werken aufgenommen werden, engen weder die Auslegung ein, noch führen sie auf die künstlerische Intention der Arbeiten zurück. Die ausgewählten Gedichte und Zitate bieten nicht mehr als einen Entwurf von Möglichkeiten individueller Kunstbetrachtung. Die Textauswahl zielt nicht auf eine Konformität von Intention und Interpretation, sondern will lediglich der eigenen Vorstellungskraft Vorschubleisten.«

Werner Dreher: Paare, Eisen, Archetypen.
Die Skulpturen und Installationen Reiner Amanns



152 Seiten • Pappband mit 111 Farbbildern

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