Paul Valéry: Bemerkungen – Alan Frederick Sundberg


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Paul Valéry: Bemerkungen – Alan Frederick Sundberg

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Übertragen von Bernhard Böschenstein, Hans Staub, Peter Szondi.

19. Druck der Edition Tiessen. 1981.

Mit 10 Kaltnadel-Radierungen von Alan Frederick Sundberg.

Handsatz aus der 12p Original-Janson-Antiqua.
Umfang: 17 Doppelblätter.
Format: 16,7 x 23,1 cm.
Inhalt: Büttenpapier Vélin d’Arches.
Einband: Broschur mit 1 Kaltnadel-Radierung.

Normalausgabe: Eins von 90 arabisch nummerierten und signierten Exemplaren (Gesamtauflage 135 Expl.).

Antiquarisches Exemplar (Rücken und Schuberränder leicht gebräunt – sehr schönes Exemplar).

 

Vier Stimmen zu ›Paul Valery: Bemerkungen‹

Gotthard de Beauclair: Zu solch dichtgeführten Gedankenfolgen wie denen eines Valery könnte man sich eine überzeugendere optische Begleitung kaum vorstellen. Die feinnervige Handschrift der Radierungen Alan F. Sundbergs macht uns auf diesem Felde erstmals mit einem neuen Namen bekannt. Was sich zeigt, ist eine Künstlerpersönlichkeit, die ihre durchaus eigenständige Begabung zweifellos in strenger Geduld heranreifen ließ und die sich, soweit dem Wesen eines Malers wie Mark Tobey verwandt, dem Quell des Meditativen immer wieder offen zu halten versteht. Das Gesamt dieses schmiegsamen Bandes, seine wohlüberlegte, zurückhaltende Typographie, die ganz ungewöhnliche Qualität seiner Kupferdrucke, deren zartestes Grau noch die kräftigen Akzente der Kaltnadel zu überhöhen vermag –: bei ringsum trivialem Augenlärm ein überraschendes, ein tröstliches Ereignis.

Prof. Dr. Hans A. Halbey (Gutenberg-Museum, Mainz): Diese Radierungen stellen eine Überraschung in zweifacher Hinsicht dar: Zum einen ist es erstaunlich, wie ein Künstler das neue graphische Ausdrucksmittel sofort im Griff hat, technisch, kompositorisch wie auch in der Vielfältigkeit subtil eingesetzter Bildmittel; und zum anderen überrascht die Art und Weise seiner graphischen Reflexion auf einen literarischen Vorwurf. Wer die ›Bemerkungen‹ von Paul Valery aufmerksam liest, wird bald erkennen, daß Bild und Text nicht nur ineinandergreifen, sondern daß in gewissem Sinne sogar die Sprache das Graphische ›illustriert‹. An diesem Buch überzeugt die geistige Kongruenz. Das rational Faßbare und die ›Unendlichkeit solcher Verbindungen‹ sind stimmig.

Prof. Horst Heiderhoff (Fachhochschule Hannover): Der 19. Druck der Edition Tiessen ist ein stilles Glanzstück in der Buchkunst des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit dieser Ausgabe ist eine besondere Synthese von Bild und Wort, von Form und Inhalt gelungen. Die Sensibilität von Sundbergs Kompositionen deutet auf nahezu unbestimmte Weise Valerys bestimmte ›Bemerkungen‹ an, sie lassen genügend Assoziationshöfe. Es sind transparente Bildwerke von hohen poetischen und ästhetischen Qualitäten. Die Typographie und die Buchgestaltung folgen der Maxime, klar und funktionsgerecht zu sein. Eine buchkünstlerische Leistung, die spielerisch einfach anmutet, aber große Meisterschaft verrät.

Dr. Elmar Hertrich (Bayerische Staatsbibliothek, München): Das Valery-Sundberg-Buch ist eine Überraschung in der an individuellen Buchgestalten nicht armen Reihe der Edition Tiessen. Schlägt man das Buch an beliebiger Stelle auf, will einem vielleicht der dezentrierte Stand der Radierungen und der Flattersatz nicht sogleich einleuchten. Beim Durchblättern des ganzen Buches, angefangen von der Umschlagvignette, mit der die gleichfalls für sich stehende Schlußvignette korrespondiert, wird man jedoch der streng alternierenden Abfolge im Stand und Wechsel der ganzseitigen Radierungen und der Vignetten gewahr, die stets den Satzspiegel markieren, selbst wo jeglicher Drucksatz ausgespart ist. Das umgebende Weiß läßt ihnen Raum zum Eigenleben und bindet sie zugleich formal an den Text. Der Formsprache Sundbergs ist die Konzentration auf das kleine Format und der Verzicht auf Farbe gut bekommen. Die Kobolde, die sonst in Bildern Sundbergs ihr Wesen treiben, konstituieren hier das ›Haupt‹-Thema im gegenständlichen und übertragenen Sinn des Wortes: das Denkerhaupt in fünffacher Abwandlung. Und dies in Parallelführung zu einem Text, dessen pointierter Scharfsinn um illustrativ nicht zu veranschaulichende Themen kreist. Der Gedankengang des Aphoristikers ist ein Einkreisen. Und eben dies ist der Gestus des Radierungszyklus von Sundberg. Mag die gegenseitige Spiegelung von graphischem Concetto und Aperçu nun mehr dem Arrangement des Buchkompositeurs, der natürlichen Affinität des Künstlers zum Aphorismus oder dem Spiel des Zufalls zu verdanken sein, jedenfalls bereitet es ein intellektuelles Vergnügen, sich auf eine Zwiesprache mit dem Buch einzulassen. Ein Glanzlicht der Edition Tiessen!

 

»Dieses kleine Buch ist mir eines meiner liebsten: zurückhaltend im Format und leise im Auftreten, den Texten Raum zum Atmen gebend, so zu nachdenkendem Innehalten animierend. Dazu A.F. Sundbergs subtilste Kaltnadel-Radierungen, was besonders für die kleinen Formate gilt. So unterschiedlich die Doppelseiten, so das Ganze eine Einheit.

Ich sagte, dies sei eines meiner liebsten Bücher. Darf ich dann eine Ausnahme machen und drei Fachleute zitieren?: ›Das Gesamt dieses schmiegsamen Bandes, seine wohlüberlegte Typographie, die ganz ungewöhnliche Qualität seiner Kupferdrucke – : bei ringsum trivialem Augenlärm ein überraschendes, ein tröstliches Ereignis.‹ (Gotthard de Beauclair) – ›Die Typographie und die Buchgestaltung folgen der Maxime, klar und funktionsgerecht zu sein. Eine buchkünstlerische Leistung, die spielerisch anmutet, aber große Meisterschaft verrät.‹ (Horst Heiderhoff, Verleger, Fachautor) – ›Mag die gegenseitige Spiegelung von graphischem Concetto und Aperçu nun mehr dem Arrangement des Buchkompositeurs, der natürlichen Affinität des Künstlers zum Aphorismus oder dem Spiel des Zufalls zu verdanken sein, jedenfalls bereitet es ein intellektuelles Vergnügen, sich auf eine Zwiesprache mit dem Buch einzulassen. Ein Glanzlicht der Edition Tiessen.‹ (Elmar Hertrich, Kurator an der Bayerischen Staatsbibliothek, München)

Ein Zitat: ›Das Ziel der Malerei ist unbestimmt.
Wäre es klar umrissen – etwa die Illusion von Gesehenem zu erwecken, oder Auge und Verstand durch eine bestimmte musikalische Verteilung von Farben oder Formen zu ergötzen –, so wäre das Problem sehr viel einfacher, und es gäbe sicher mehr schöne Werke (das heißt solche, die ganz bestimmten Forderungen entsprechen), aber keine, die unerklärlich schön wären.
Es gäbe die nicht, denen man nie auf den Grund kommt.‹« (Aus »Wolfgang Tiessen: Rückblicke auf meine Bücher und darauf, wie es zur Edition Tiessen kam.«)
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