J.W. von Goethe: Prometheus – Anton Watzl


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J.W. von Goethe: Prometheus – Anton Watzl

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Das Gedicht aus dem Jahr 1774.

24. Druck der Edition Tiessen. 1982.

Mit 14 Holzschnitten von Anton Watzl.

Handsatz aus der 24p Original-Janson-Antiqua.
Umfang: 8 Blätter.
Format: 22,7 x 30 cm.
Papier: Büttenpapier Vélin d’Arches.
Einband: Fadengeheftete Broschur mit 2 in rot gedruckten Holzschnitten.

Eins von 200 nummerierten und signierten Exemplaren (Gesamtauflage 200 Expl.).

Antiquarisches Exemplar (nahezu neuwertig).

 

Nach Büchners ›Lenz‹ mit den Holzschnitten von Anton Watzl, die ungewöhnlich starke Resonanz fanden, folgt mit ›Prometheus‹ ein weiterer Druck mit Holzschnitten des Künstlers. Dort eine dichte, auf Geschlossenheit zielende Buchgestalt, hier hingegen eine Seite für Seite neu tarierte Balance von Graphik und Schrift und unbedrucktem Weiß, dem Dichter zu huldigen, dem Leser zu dienen.

 

Stimmen zu ›Büchner: Lenz‹ und ›Goethe: Prometheus‹:

Jürgen Eissen (Autor u.a. des Werkes ›Buchkunst in Deutschland‹) schrieb über beide Editionen: Welch glänzender Illustrator! Wie hat er es verstanden, die Leiderfahrung einer ganzen Epoche, Büchners eigentliches Thema, in die zu zerreißen gespannte Gestik seiner Figurinen zu übersetzen! Watzl dringt durch die Oberfläche zum Kern der Gedankenwelt Büchners vor. Ebenso Günstiges lässt sich auch über seine Holzschnitte zum Prometheus sagen. Sie ›umstieben‹ die Textseiten wie Feuerfunken, ›sekundieren‹ mit ihren Bildchiffren gleichsam die prometheische Tat und harmonieren den kühnen Metaphern des jungen Goethe. Bücher dieser Qualität sind geeignet, Maßstäbe zu setzen.

Dr. Elmar Hertrich (Bayerische Staatsbibliothek) äußerte sich jüngst folgendermaßen: Sie sind mit der Edition zweier von Watzl illustrierter Bücher einen ungewöhnlichen und gewagten Weg gegangen. Watzls ungegenständliche, aber gegenstandsnahe Holzschnitte sind Büchners ›Lenz‹, dieser grandiosen Studie über ein gespaltenes, der Umwelt entfremdetes und der Selbstauslöschung zustrebendes Dichterbewußtsein, sicher näher als es die Nachzeichnung einzelner Figuren und Szenen je sein könnte. Watzl eröffnet dem betrachtenden Leser einen Assoziationsspielraum, statt ihn illustrativ einzuengen und festzulegen. Seine Arbeiten sind der Tuschzeichnung verwandter als der Holzschnitt-Illustration in der Nachfolge des deutschen Expressionismus. Aber ihr samtiges Schwarz auf der körnigen Oberfläche des Velin d’Arches ist von einer sinnlichen Präsenz, wie sie kein anderes Medium hervorbrächte. Gegenüber den spannungsgeladenen und abweisenden Strukturen im ›Lenz‹ lassen die lockeren und weicheren Formen der Holzschnitt-Illustrationen, die Goethes ›Prometheus‹ ganz durchziehen und jede Doppelseite zu einer Text-Bildeinheit zusammenschließen, eher biomorphe, um nicht zu sagen pflanzlich-organische Züge erkennen. Der große Grad, in dem die Janson-Antiqua eingesetzt ist, verstärkt das Ineinander von Typographie und Holzschnitt-Ornament und verwandelt Goethes Rollentext in ein Schau-Gedicht.


Vier Presse-Stimmen

Nicht die kantigen Linien des Expressionismus bestimmen das Bild seiner Holzschnitte, sondern Zacken und Krüppelungen, Zeichen voll innerer Bewegung, geborstene Kontinente, Faserränder verborgener Eruptionen. Ein Buch-Erlebnis, an dem die Sinne, nicht nur der Verstand teilhaben. (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)

Watzl verdichtet seine Holzschnitte immer mehr, gestaltet Schwarzweißpsychogramme, die spannungsvolle Auseinandersetzungen mit dem Dichtergedanken sind. Er illustriert nicht lediglich einen Text, sondern schafft eine Ebene der meditativen Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen. (Oberösterreichische Nachrichten)

Seine Holzschnitte erläutern nicht den Text; sie begleiten ihn. Sie beschreiben den Text nicht; sie spiegeln Impressionen des inneren Auges. Sie erwarten meditative Versenkung. Sie erheben den hohen künstlerischen Anspruch, in der Vielfalt und Subjektivität das Ästhetische als ein Fundament jeder Äußerung, das Meditative als Ansatz jedes Gedankens zu erkennen und als Umraum zum berühmten Text zu akzeptieren. (Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

Den geistigen Gehalt eines Wortkunstwerkes versteht Watzl in ausdrucksstarke Chiffren umzusetzen, weitab von den Traditionen des oberflächlich ›Illustrativen‹. In eigenwilliger Ambivalenz von dinglicher Erscheinungsform und skripturalem Symbolzeichen verdichtet sich die spirituelle Botschaft des Schriftstellers zu sinnlich mit dem Auge Fassbarem. (Wiener Zeitung)


Und so reagierten Kunden auf die beiden Editionen mit Holzschnitten von Anton Watzl:

Die Holzschnitte erinnern (und nur dies!) mich an Kandinsky's ›Klänge‹ und wirken auf mich ›vollkommen‹ harmonisch, vor allem im Zusammenhang mit dem größeren Schriftbild des Goethe-Gedichts. Beide Bücher sind außerordentlich originell und sehr schön. (M.S.)

Die Expressivität des Holzschnitts als Stilmittel passt zu den Texten und wird mit Kraft und männlicher, doch in den Raum hinaus tragender Dynamik zur Entwicklung weiterführender Bildgedanken eingesetzt. Eine neue Schule des Holzschnitts könnte sich hier entwickeln. (R.U.)

Für die Edition des ›Lenz‹ wäre zu sagen, dass die Holzschnitte die innere Zerrissenheit des Lenz in hervorragender Weise widerspiegeln und so die Wirkung, die vom Text ausgeht, noch verstärken. Für das Gedicht ›Prometheus‹ sehe ich diese ideale Wechselwirkung nicht in gleicher Weise. Hier sind die Holzschnitte wieder Bestandteil sui generis und müssen für sich selbst sprechen. Dennoch bin ich sehr davon angetan, wie gerade in dieser Edition Schriftbild und Holzschnitt kompositorisch auf einander bezogen sind. (G.G.)

Anton Watzl in Goethes Prometheus: für mich gebundene Ausdrucksschwere, auch warmes Schweigen, das beredt nach außen drückt. Ob nicht zu einseitig? Ihre Gestaltung von Goethes Prometheus: für mich ein Fest des Tastsinns, eine Feier für die Augen! (D.B.)

Der Prometheus ist schlicht beglückend! Harmonie von Raum, Schriftbild und Holzschnitten. Büchners Lenz ist gewichtiger, auch harmonisch, aber nicht so genial! (H.B.H.)

<i>Die Holzschnitte von Anton Watzl zu Goethes ›Prometheus‹ erhielten im Rahmen des 18. Österreichischen Grafikwettbewerbs den Preis der Stadt Wien.</i>

 

»Wie es zu diesen Holzschnitten von Anton Watzl kam, das ist nur dem einzigen Andruck im Verlagsarchiv zu entnehmen (das sich nun in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel befindet).« (Aus »Wolfgang Tiessen: Rückblicke auf meine Bücher und darauf, wie es zur Edition Tiessen kam.«)

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