Gert Hofmann: Die Rückkehr des verlorenen J.M.R. Lenz nach Riga – Wolfgang Schmitz


Gert Hofmann: Die Rückkehr des verlorenen J.M.R. Lenz nach Riga – Wolfgang Schmitz

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Novelle.

35. Druck der Edition Tiessen. 1984.

Mit 9 Algraphien von Wolfgang Schmitz.

Handsatz aus der 16p Original-Janson-Antiqua.
Umfang: 35 Seiten, 1 Blatt.
Format: 23,7 x 32,3 cm.
Inhalt: Büttenpapier Vélin d’Arches.
Einband: Fadengehefteter Pappband (von Helmuth Halbach).

Normalausgabe: Eins von 66 nummerierten und signierten Exemplaren (Gesamtauflage 99 Expl.).

Antiquarisches Exemplar (Rücken minimal aufgehellt und mit zwei kleinen Fleckchen; sehr gutes Exemplar.).

 

»Vor zwei Jahren erschien in der Edition Tiessen die mit ungewöhnlich breiter Zustimmung aufgenommene Ausgabe von Büchners ›Lenz‹ mit den Holzschnitten von Anton Watzl. Nun folgt der ›Lenz‹ von Gert Hofmann (Jahrgang 1932; in den letzten Jahren durch verschiedene Romane und Erzählungen bekannt geworden), dem kaum Glaubliches gelingt: eine Weiterführung des Stoffes von Büchner, die die Wiederbegegnung des Dichters mit dem ihn schroff abweisenden Vater zum Gegenstand hat – ein beklemmender Monolog und abgründiger Hilfeschrei, die erschütternde Konfrontation eines innerlich zerbrechenden mit einem schrecklich gesunden Menschen.
Dieser neue Druck wird mit Bedacht ausstattungsgleich neben die Ausgabe des Büchnerschen ›Lenz‹ gestellt. Im Kontext zur Novelle stehen die Algraphien von Wolfgang Schmitz (Jahrgang 1934; Professor an der Hochschule für gestaltende Kunst in Bremen), einem Zeichner von hohen Graden, auf den in den letzten Jahren manche Ausstellung an wichtigen Plätzen hinwies – zuletzt in der Kunsthalle Bremen. Anläßlich einer Ausstellung aller Drucke der Edition Tiessen im gleichen Hause (im August/September 1984) wurde übrigens der hier angezeigte Druck erstmals vorgestellt.« (Aus der Verlagsankündigung, 1984)

»Büchermachen – das heißt auch: intensives Eintauchen in einen Text über eine vergleichsweise lange Zeit. Das gilt umso mehr für jene wenigen Verleger, für die jenes Eintauchen nicht nur intensive Lektüre bedeutet, sondern zusätzlich auch die ganz langsame Wanderung des Setzers – Wort für Wort in gemessenstem Tempo - durch den Text. Und danach oder parallel dazu das Gespräch mit dem Künstler, der sich auf diesen Text graphisch einläßt, seinerseits eintaucht in ihn …
Wochen und Monate hat mich der LENZ von Gert Hofmann beschäftigt, angezogen, verfolgt – diese dreißig Seiten vergeblicher Mühe des Sohnes um den Brückenschlag zum Vater, Bemühung um helfendes Gespräch, die angesihhts schrecklicher Reaktionslosigkeit des Vaters zum erschütternden Monolog wird, um sich in immer enger werdenden Kreisen rotierend, die Persönlichkeit in immer schwärzere Schatten tauchend, zerbrechend. Vor zwei Jahren brachte ich den Büchnerschen Lenz heraus: die Novelle von Gert Hofmann (das läßt sich mit Fug und Recht behaupten) knüpft auf wahrhaft kongeniale Weise an jenen Text an.
Diese enge thematische Verbindung wird durch die Buchgestalt hervorgehoben: für die neue Edition wurde das gleiche graue Bütten für den Einband gewählt, das Format und der Schriftgrad der Janson-Antiqua entspricht dem Büchner, nur die Typographie war leicht zu variieren. Und natürlich der graphische Part. Die Begeisterung damals über Anton Watzls abstrakte Holzschnitte (›Welch glänzender Illustrator!‹ so Jürgen Eyssen; ›Ein hervorragendes Stück moderner deutscher Buchkunst!‹ so Christian Scheffler vom Klingspor-Museum) hätte leicht zu der Wahl des gleichen Künstlers führen können, doch so leicht wollte ich es mir nicht machen. Beide Bücher, wie bewußt auch das eine dem anderen zugeordnet wurde, mußten doch (das gebot mir die Achtung vor den beiden Erzählungen) in ihrer Individualität ganz ernst genommen werden.
Wolfgang Schmitz, dieser vorzügliche Zeichner, hat hier Bestes gegeben. Wie seine Algraphien die Szene andeuten, die Handlung hier und da sparsam beleuchten, das wird wohl erst bei der Lektüre ganz deutlich. Die graphische Qualität der von ihm selbst auf der Handpresse abgezogenen Algraphien, ihr Reichtum an Valeurs, und was den Buchgestalter besonders freut: ihr gutes zusammengehen mit der Janson-Antiqua – das ist aufs Beste dazu angetan, den Betrachter des Buches zum Lesen der außerordentlichen Novelle zu verführen.« (Wolfgang Tiessen in einem Brief an seine Kunden, September 1984)

Bei den Algraphien (einer der Lithographie verwandten Technik, bei der statt eines Steins als Druckträger speziell präpariertes Aluminium verwendet wird) handelt es sich um Handabzüge des Künstlers direkt von der Platte.

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