Euripides: Die Troerinnen – Anton Watzl


Euripides: Die Troerinnen – Anton Watzl

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Übersetzt von Ernst Buschor.

42. Druck der Edition Tiessen. 1985.

Mit 15 Original-Holzschnitten von Anton Watzl.

Handsatz aus der 14p Original-Janson-Antiqua.
Umfang: 1 Blatt, 61 Seiten, 2 Blätter.
Format: 23,7 x 32,5 cm.
Inhalt: Büttenpapier Vélin d’Arches.
Einband: Fadengehefteter Pappband (von Theophil Zwang) im Schuber.

Vorzugsausgabe: Eins von 33 römisch nummerierten und signierten Exemplaren (Gesamtauflage 135 Expl.) zusätzlich mit Abzügen von vier im Buch enthaltenen Holzschnitten.

Antiquarisches Exemplar (Rücken minimal aufgehellt, Schuber mit nur gegen das Licht sichtbaren leichten Kratzspuren – sehr schönes Exemplar).

 

Das Ende des Trojanischen Krieges ist das Thema der Tragödie des alten, siebzigjährigen Euripides: die Eroberung Trojas, die Zerstörung der Stadt, die Verteilung der Frauen als Beute unter den Siegern. Aber die Weissagungen der Kassandra verkünden auch das düstere Los der frevelnden Sieger. »Ja schon die erste Prologszene stellt das ganze Drama unter dieses Zeichen, so daß hinter jedem Vers vom Unglück der Troer das der Griechen mitklingt, der Triumph der Sieger von vornherein als unterhöhlt erscheint, der ganze große Krieg in seiner Wesenlosigkeit enthüllt wird … Die Form besteht in der Aufreihung von fünf Hekabe-Szenen, in denen die Königin als zur Handlungslosigkeit verurteilt erscheint; in denen aber trotzdem ein einheitliches, reich bewegtes und sich steigerndes dramatisches Gefälle den Bau bestimmt. Wenn man die gewaltige Handlung des Stückes etwa kurz so umreißen kann, daß die einst so mächtige Königin in den Stunden vor der Abfahrt der Griechenflotte durch grausam niederprasselnde Geißelhiebe in die Verzweiflung gepeitscht wird, so vollzieht sich die Handlung in einem klaren, spannungsreichen Aufbau … Keine Göttererscheinung wird um Trost oder um höhere Weisheit bemüht, der verzweifelte Mensch steht am Ende des Dramas als letzte Weisheit … So singt man von dem armen Troja bis ans Ende der Tage, und die Dichtung, das Lied des Euripides setzt der brennenden Stadt und seiner versklavten greisen Königin ein Denkmal auf der Bühne Athens« (Ernst Buschor), wo 415 v.Chr. – vor rund 2400 Jahren – die erste Aufführung stattfand. Unzählige Kriege seitdem. Wann waren inzwischen die Klagen, die Trauer verstummt, denen Euripides auf bis zum heutigen Tage erschütternde Weise Gestalt gab?

Mit den ›Troerinnen‹ erscheint im Rahmen der Edition Tiessen nach den ›Persern‹ des Aischylos (mit den Holzschnitten von Eduardo Chillida) ein weiteres unvergängliches Zeugnis griechischer Dichtkunst. Nach den expressiven Holzschnitten zu Büchners ›Lenz‹, den einfallsreich formulierten graphischen Aperçus zu Goethes ›Prometheus‹ hat Anton Watzl zu den ›Troerinnen‹ Holzschnitte wieder ganz anderer Art geschaffen. Sie bringen in ihrer statuarischen Strenge und komprimierten Emotion die Tragödie auf die Bühne der Buchseiten, wie ich es mir treffender nicht vorstellen konnte. (Wolfgang Tiessen, 1985)
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