Marie Luise Kaschnitz: Das ewige Licht – Rolf Escher


Marie Luise Kaschnitz: Das ewige Licht – Rolf Escher

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51. Druck der Edition Tiessen. 1987.

Mit 4 Lithographien von Rolf Escher.

Handsatz aus der 14p Original-Janson-Antiqua.
Umfang: 1 Blatt, 15 Seiten, 1 Blatt.
Format: 20,3 x 30 cm.
Inhalt: Büttenpapier Vélin d’Arches.
Einband: Fadengeheftete Broschur (Überzugpapier unter Verwendung eines Motivs von Rolf Escher).

Vorzugsausgabe: Eins von 50 nummerierten und signierten Exemplaren (Gesamtauflage 150 Expl.) mit 2 zusätzlichen nummerierten und signierten, im Buch nicht enthaltenen Lithographien.

Verlagsfrisches Exemplar.

 

»Straßen gibt es, die schreien einem, ob man will oder nicht, ihre Geschichten ins Ohr. Jeder Torweg eine Geschichte, jedes Fenster eine Geschichte, jeder Mensch, der einem entgegenkommt, eine Geschichte. Und hat man es nicht einmal satt, möchte man nicht einmal richtig spazierengehen, Nachmittag ist's, beinahe schon Abend, Wolken ziehen über den Hügel, nach Frühling riecht es. Eine Tarnkappe möchte man haben, eine Nonnenhaube mit weißen Flügeln, bitte, sprecht mich nicht an, ich bin gar kein Mensch mit Menschenohren, ich bin eine Kröte, die da hinaufhüpft, am Brunnen von Sant'Onofrio zu trinken, ich bin ein kleiner räudiger Hund. Seinen Frieden möchte man haben – von all dem Menschenelend, und allein sein und ganz langsam da hinaufsteigen und vom Gianicolo hinter den Pinien der Villa Doria die Sonne untergehen sehen.
Eine Straße aber, in der man seinen Frieden haben kann, ist die Salita di Sant'Onofrio nicht. Ich mag meinen Mund noch so fest zukneifen und meine Blicke noch so starr geradeaus auf die schwarzen Steineichen vor der Klosterkirche richten, es redet mich doch jemand an; eine Frau ist es, und jetzt packt sie gar meine Hand und will mich hindern, weiterzugehen …«

So beginnt, in typischem Kaschnitz-Ton, die Erzählung, in der von einer zunehmend beklemmenden Suche nach Wahrheit und ihrem verstörenden Ergebnis berichtet wird. Sie wird begleitet von 4 Lithographien Rolf Eschers, die sich dem Gegenstand, gebotenen Abstand wahrend, nur diskret nähern.

 

»Ein gelungenes Beispiel für die von Rolf Escher damals noch nicht lange vorher studierte Technik der Lithographie.« (Aus »Wolfgang Tiessen: Rückblicke auf meine Bücher und darauf, wie es zur Edition Tiessen kam.«)
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