Parmenides: Das Herz der Wahrheit – Gottfried Honegger


Parmenides: Das Herz der Wahrheit – Gottfried Honegger

Fragmente. Übersetzt von Uvo Hölscher.
Mit Äußerungen über den Text von Hegel, Nietzsche, Jaspers und Hölscher.

60. Druck der Edition Tiessen. 1990.

Mit 3 Aquatinta-Radierungen von Gottfried Honegger.

Handsatz aus der 14p Original-Janson-Antiqua.
Umfang: 19 Seiten, 2 Blätter.
Format: 20,6 x 30 cm.
Inhalt: Büttenpapier Vélin d’Arches.
Einband: Fadengeheftete Broschur mit Blindprägung.

Vorzugsausgabe: Eins von 45 nummerierten und signierten Exemplaren (Gesamtauflage 135 Expl.) mit zusätzlichen nummerierten und signierten Abzügen der drei Radierungen sowie einer vierten, im Buch nicht enthaltenen Radierung.

 

1986 erschien in der Edition Tiessen Nietzsches Darstellung der Lehre Heraklits. Ihr werden hier die Fragmente des Parmenides zur Seite gestellt, mit dem nach Hegels Diktum ›das eigentliche Philosophieren angefangen‹ hat. ›Während in jedem Worte Heraklits der Stolz und die Majestät der Wahrheit, aber der in Intuitionen erfaßten, nicht der an der Strickleiter der Logik erkletterten Wahrheit, sich ausspricht, … ist ihm in seinem Zeitgenossen Parmenides ein Gegenbild an die Seite gestellt, ebenfalls mit dem Typus eines Propheten der Wahrheit, aber gleichsam aus Eis und nicht aus Feuer geformt und kaltes stechendes Licht um sich ausgießend.‹ (Nietzsche)

Auf beide Texte hat der Schweizer Gottfried Honegger reagiert mit Radierungen, die durch Klarheit und Strenge ihrer Komposition gekennzeichnet sind: beide Male fühlte sich der Künstler zuinnerst herausgefordert zur Auseinandersetzung mit diesen zwei Vertretern elementaren europäischen Philosophierens.

Welch eine feine, knisternde Spannung (hierauf muß der Typograph doch noch hinweisen) zwischen den in der Summe der Details leicht bewegten Textseiten aus der Janson-Antiqua und den präzisen Konstruktionen der Radierungen … Auch der Parmenides/Honegger setzt in der Reihe der Drucke der Edition Tiessen ein sehr besonderes Zeichen!

 

»Die Zusammenarbeit mit Gottfried Honegger war stets menschlich gut und in der Sache immer interessant. Das den Aquatinta-Radierungen zugrunde liegende Gesetz schien mir in diesem Fall schwer erkennbar. G.H. war aber nicht einverstanden mit dem Ansinnen, dem Betrachter dabei zu helfen. Also will auch ich mich daran halten. Übrigens stammte die Idee zum Umschlag von mir. G.H. war so nett, mit ihr einverstanden zu sein.« (Aus »Wolfgang Tiessen: Rückblicke auf meine Bücher und darauf, wie es zur Edition Tiessen kam.«)
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